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Nach ein paar Wochen hatte ich dann auch das erste Jobangebot als Mechanical Fitter
Stefan Kreppold

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Buch: Fuer immer Neuseeland - Erfolgreich auswandern

"Für immer Neuseeland - Erfolgreich auswandern"

Hardcover; 208 Seiten; ca. 35 Fotos; 14 x 21 cm
ISBN 978-3-934031-77-7
E 29,80

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Peter Hahn ist seit dem 19. Februar 2009 ein von der IAA (Immigration Advisor Authority) zugelassener Einwanderungsberater. Ab dem 04. Mai 2009 dürfen in Neuseeland nur noch offiziell zugelassene Einwanderungsberater praktizieren. Die Zulassung wird nicht für die Beraterfirma, sondern individuell für jeden Berater erteilt.

Siehe dazu auch den dazu geschriebenen Kommentar.

Macht Neuseeland Sinn fĂĽr mich?


Die meisten Einwanderer qualifizieren sich aufgrund der sog. Skilled Migrant Category, einem Punktesystem, das Einwanderungsaspiranten je nach Ausbildung, Berufserfahrung, Alter und Jobmöglichkeiten in Neuseeland bewertet. Die nach Ansicht der Einwanderungsbehörde (Immigration New Zealand) besten Kandidaten werden ausgewählt und eingeladen, einen Antrag auf Daueraufenthaltserlaubnis (Permanent Residence) zu stellen.

Die Auswahlkriterien werden von der neuseeländischen Regierung festgelegt, je nach dem, wie viel qualifizierte Einwanderer Neuseeland gerade braucht. Es ist nahe liegend, anzunehmen, dass Neuseeland fĂĽr diejenigen Sinn macht, die sich anhand dieses Punktesystems qualifizieren. SchlieĂźlich ist man ja vom neuseeländischen Staat aus einem Pool von Bewerbern ausgewählt und eingeladen worden, einen Antrag auf Permanent Residence zu stellen (sog. Invitation to Apply). Das kann jedoch u.U. ein Trugschluss sein, und zwar aus zweierlei Hinsicht. Erstens ist nicht jeder, dessen Beruf auf der von Immigration New Zealand veröffentlichten Liste genannt wird, fĂĽr Neuseeland geeignet und zweitens ist nicht jeder, der sich (auf den ersten Blick) nicht qualifiziert, ungeeignet.  

Im Vordergrund des Entscheidungsprozesses sollte daher die Frage stehen, ob das Leben (und Arbeiten), wie man es sich in Neuseeland vorstellt, realistisch ist. Wer hier falsche Vorstellungen und Erwartungshaltungen hat, wird später vom Leben (in Neuseeland) leicht enttäuscht und wandert u.U. wieder zurück! Die Frage, ob Neuseeland das Richtige für einen ist, lässt sich aber gar nicht so leicht beantworten. Neuseeland im Internet und Neuseeland im Urlaub sind eben nur “Schnappschüsse”, die einen begrenzten Einblick in den neuseeländischen Alltag geben. Denn eines ist sicher, der Alltag holt einen auch in Neuseeland wieder ein – trotz schöner Natur, Meerblick und freundlichen Mitmenschen!

Wer auswandert, möchte in aller Regel sein Leben und das Leben seiner Familie verbessern. Folglich hat man die Erwartungshaltung, dass das Leben in Neuseeland besser ist, als in Deutschland. Auswanderer aus wirtschaftlich schwachen Ländern sind meist bescheiden mit ihren Erwartungen und machen den großen Schritt ins Ungewisse, um ihren Kindern und den nächsten Generationen ein besseres und chancenreicheres Leben zu ermöglichen. Ganz so selbstlos sind die meisten Deutschen nicht - sie wollen ein besseres Leben für sich selber. Die Zukunft der Kinder ist schon wichtig, aber ist nur selten die einzige Motivation.

Neuseeland bietet schöne Natur, besseres Klima, weniger Menschen, freundlichere Atmosphäre, Abgeschiedenheit von den Geschehnissen der Welt und die Hoffnung von Terroranschlägen und Vogelgrippe verschont zu bleiben. Damit ist im Wesentlichen zusammengefasst, worüber sich die meisten Einwanderer – auch noch nach ein paar Jahren Neuseeland – einig sind. In den Bereichen wird die Erwartung daher nur selten enttäuscht.

In beruflicher und geschäftlicher Hinsicht klaffen Vorstellung und Realität allerdings oft auseinander. Auf der einen Seite des Spektrums gibt es die häufig vertretene Einstellung, man habe es in Deutschland geschafft, dann werde man es wohl auch im kleinen Neuseeland schaffen. Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es die – u.a. von Immigration New Zealand geschürte – Erwartungshaltung, dass einem in vielen Berufen hier die Türen offen stehen. Beides ist leider oft falsch!

Eine gesunde Portion Selbstbewusstsein, gekoppelt mit Pioniergeist ist sicher eine gute Voraussetzung, um in Neuseeland FuĂź zu fassen. Ob man in Deutschland Erfolg hatte oder nicht, interessiert hier allerdings nur selten jemanden. Was zählt, ist Erfolg in Neuseeland – und den kann man als Neuling eben noch nicht vorweisen. Besonders schlecht kommt der Lehrmeister an, der den unwissenden Kiwis am anderen Ende der Welt erklären will, wie gewisse Dinge am besten zu handhaben sind! Vieles wird in Neuseeland nämlich anders gemacht, als in Deutschland – selbst wenn die deutsche Methode doch so offensichtlich besser ist …  

Aber wie steht es mit den Berufslisten, die vom Immigration Service veröffentlicht werden? Sind die dort aufgelisteten Berufe nicht gefragt? Reißen sich die neuseeländischen Arbeitgeber nicht um die gut ausgebildeten Fachkräfte aus Deutschland?

Es stimmt, dass in Neuseeland Fachkräfte gesucht werden. Das Schlagwort heißt “skill shortages”. Es vergeht kein Tag, an dem in den Medien hier nicht in irgendeiner Form über die skill shortages berichtet wird. Die Arbeitslosigkeit liegt in den letzten Jahren regelmäßig zwischen 3,4 und 4%, womit Neuseeland, im Wechsel mit Südkorea, entweder an erster oder zweiter Stelle aller OECD-Länder liegt. Die Kehrseite von nahezu Vollbeschäftigung ist allerdings, dass es in manchen Bereichen an Arbeitskräften mangelt. Die neuseeländische Regierung versucht u.a. mit den skill shortages lists gegenzusteuern. Die Listen sind umfangreich, verwirrend und werden regelmäßig erneuert – oder anders formuliert - sind eben schnell veraltet. Es wird zwischen der sog. Immediate Skill Shortage List und der Long Term Skill Shortage List (zum Teil wird auch der Begriff “absolute skills shortage area” verwendet) unterschieden.

Die Immediate Skill Shortage List ist regional unterschiedlich – also in Auckland z.B. sind Bäcker auf der Liste, während es in Wellington da scheinbar kein Bedarf gibt. Die Long Term Skill Shortage List gilt für alle Regionen. Die Immediate Skill Shortage List dient der Vereinfachung der Work Permit Anträge (zeitlich befristete Arbeitserlaubnis), während die Long Term Shortage List darüber hinaus für Bonuspunkte sorgt (unter gewissen Voraussetzungen) bei Permanent Residence Anträgen (Daueraufenthalts- und Abeitserlaubnis). Auf der Long Term Skill Shortage List sind alleine ca. 60 Berufe aufgelistet. Auf der Immediate Skill Shortage List für z.B. Auckland sind 94 Berufe aufgelistet. Mit anderen Worten, in über 150 Berufen herrscht in Neuseeland “skills shortage”. Das ist eine Menge für ein Land mit nur 4 Millionen Einwohnern!

Wenn man sich die Listen genauer anschaut und filtert, dann reduziert sich die Liste allerdings – zumindest für Interessenten aus Deutschland – beträchtlich! Jeden einzelnen Beruf hier zu analysieren würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Stattdessen soll das Prinzip an einigen Beispielen veranschaulicht werden:

Ärzte werden in Neuseeland z.B. dringend gebraucht. Dementsprechend werden auf der Long Term Skill Shortage List gleich neun verschiedene Spezialisierungen, vom praktischen Arzt bis hin zum Chirogen, gesucht. Problem bei der Sache ist allerdings, dass man hier in Neuseeland als deutscher Arzt nicht praktizieren darf. Man fängt – selbst als gestandener Arzt – quasi wieder bei Null an und muss in einem aufwendigen Verfahren die Registrierung beim Medical Council betreiben – eine Wissenschaft für sich!

Lehrer werden auch gesucht. Hier ist das Verfahren ähnlich wie bei den Ärzten. Man braucht eine Registrierung beim Teachers Council!

Sozialarbeiter stehen auch auf der Long Term Shortage List. Man braucht zwar keine Registrierung, allerdings werden deutsche Sozialarbeiter und Neulinge in Neuseeland kaum Chancen haben, hier einen Job zu finden, da Arbeitgeber auf neuseeländische Erfahrungen und Kenntnisse pochen.

Aufgrund des Baubooms werden in Neuseeland in vielen Regionen auch Bau-Projektmanager gesucht. Aber auch hier werden sich nur die wenigsten Arbeitgeber auf deutsche Bewerber einlassen, da es einfach an Neuseelanderfahrung fehlt. Das gilt ĂĽbrigens fĂĽr die meisten Manager-Jobs. Es gibt in Neuseeland zwar einige Top-Manager aus dem Ausland, allerdings werden die in der Regel von internationalen Recruitment Companies (Personalbeschaffungsagenturen) aus dem englischsprachigen Ausland rekrutiert.

Trotz aller Vorbehalte hinsichtlich der von Immigration New Zealand veröffentlichten Listen, sind aber nicht alle deutschen Berufe unbrauchbar. Aus meiner Erfahrung gilt folgende Faustregel, eine Art Dreiteilung:

  1. Handwerksberufe: In den meisten Handwerksberufen findet man in Neuseeland Arbeit. Verdienen kann man im angestellten Verhältnis zwischen NZ$ 13 und NZ$ 25 brutto. Das ist nicht viel, aber für die, die fest entschlossen sind und Neuseeland als Ihre neue Heimat auserkoren haben, wenigstens ein Anfang bevor, man sich dann später vielleicht selbständig macht, mit besseren Verdienstmöglichkeiten.
  2. IT Berufe: Arbeit gibt es auf jeden Fall, allerdings ist es schwieriger, als in den Handwerksberufen, dies in einen Arbeitsvertrag umzumünzen. Viele Arbeitgeber bevorzugen englischsprachige IT-Spezialisten und sind oft nicht bereit, sich auf langfristige Verträge einzulassen, die man für die Einwanderungsformalitäten braucht.
  3. Der Rest: Für fast alle anderen Berufe gilt (vielleicht ausgenommen manche Berufe im Tourismus und in der Landwirtschaft), wer nicht bereit und in der Lage ist, sich beruflich umzuorientieren, der sollte seine Neuseelandpläne noch mal überdenken.


Aufgrund der großen Frustration in Deutschland mit dem dortigen Gesundheitssystem sei hier noch kurz Stellung bezogen zu den Krankenpfleger- und Arztberufen. Wie schon erwähnt, ist hier die berufliche Zulassung eine echte Hürde, die übersprungen werden muss – allerdings denen, die den Aufwand nicht scheuen und sehr gute Englischkenntnisse haben (wichtige Voraussetzung für die berufliche Zulassung) sei hier versichert, dass es auf jeden Fall Arbeit für Ärzte und Krankenschwestern gibt. Mit Zulassung und Job ist dann auch die Einwanderung möglich!

Wichtig, bei der Frage, ob eine Auswanderung nach Neuseeland fĂĽr einen in Betracht kommt, ist natĂĽrlich auch die Frage, wie viel Geld braucht man als Startkapital?

Die Gehälter in Neuseeland sind (in der Regel) niedriger als in Deutschland, insbesondere wenn man neu anfängt. Allerdings kommen die meisten wiederum mit weniger aus, als in Deutschland. Wie viel Geld man braucht, ist individuell sehr unterschiedlich. Die folgenden drei Szenarien veranschaulichen, wie Kapital weiterhelfen kann.

NZ$ 1,5 Millionen (ca. 800.000 Euro) und mehr: Das ist der Idealfall. Die meisten Einwanderer finden für $ 500.000 ein sehr ansprechendes Haus in Neuseeland. Die restliche Million kann man dann hier auf der Bank in sichere Festgeldanlagen investieren. Die Bankzinsen sind, verglichen mit Europa, hoch, so dass man auf jeden Fall mit einem Zinsertrag von 7% rechnen kann. Im Jahr hätte man dann ein Bruttoeinkommen von $ 70.000, was deutlich über dem neuseeländischen Durchschnittseinkommen liegt. Insbesondere, wenn man keine Kosten für die Wohnung hat, können die meisten Familien von $ 70.000 im Jahr bequem leben.

Man kann sich ein Haus leisten: Wohnen ist, gemessen an den Gehältern hier, relativ teuer, weil die Hypothekenzinsen hoch sind. Das macht sich nicht nur bei der Finanzierung eines Hauses bemerkbar, sondern auch bei den Mieten. Wer daher genug Kapital mitbringt, um sich hier ein Haus kaufen zu können, der hat den größten Kostenfaktor in Neuseeland ausgeschaltet. Man kommt dann besser mit einem Gehalt zwischen $ 40.000 und $ 50.000 aus. Häuser kosten hier, je nach Lage, zwischen $ 200.000 und $ 500.000.

Wer kein oder nur wenig Geld mitbringt, hat es schwerer und sollte sich fragen, warum er nach Neuseeland auswandern will. Wer, wie viele, dem Stress in Deutschland entfliehen will, der kommt u.U. vom Regen in die Traufe. Was nützt einem die schönste Aussicht, wenn man jeden Tag darum kämpfen muss, zu überleben! Trotzdem lassen sich viele – auch mit wenig Geld – auf das Abenteuer Neuseeland ein, weil der Drang, weg aus Deutschland, einfach zu groß ist. Manchen reicht eben schon ein freundlicheres Arbeitsklima, um glücklich zu werden.

Wer sich also oben wieder erkennt, für den könnte Neuseeland als neue Heimat in Betracht kommen – vorausgesetzt natürlich, die bürokratischen Einwanderungshürden werden auch genommen.

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Letzte Änderung: 12.07.2016

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Peter Hahn

Jurist, Autor und Berater
Director of Hahn & Associates Ltd.

FirmengrĂĽndungen, Offshore Gesellschaften, Trusts, Finanz-dienstunternehmen (keine Banklizenz notwendig!)

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