Logo Peter Hahn - erfolgreich auswandern Für immer Neuseeland

Nach nunmehr 4 Jahren glĂŒcklichen Daseins im Land unserer Wahl, schauen wir auf aufregende 8 Jahre zurĂŒck...
Marcus & Antje Kempe

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Buch: Fuer immer Neuseeland - Erfolgreich auswandern

"Für immer Neuseeland - Erfolgreich auswandern"

Hardcover; 208 Seiten; ca. 35 Fotos; 14 x 21 cm
ISBN 978-3-934031-77-7
E 29,80

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Peter Hahn ist seit dem 19. Februar 2009 ein von der IAA (Immigration Advisor Authority) zugelassener Einwanderungsberater. Ab dem 04. Mai 2009 dürfen in Neuseeland nur noch offiziell zugelassene Einwanderungsberater praktizieren. Die Zulassung wird nicht für die Beraterfirma, sondern individuell für jeden Berater erteilt.

Siehe dazu auch den dazu geschriebenen Kommentar.

Work Permit aufgrund der Essential Skills Work Policy


Ein Work Permit ist eine zeitlich befristete Arbeitserlaubnis. Es gibt verschiedene Arten von Work Permits. Der gĂ€ngigste Work Permit ist der aufgrund der so genannten ”Essential Skills Work Policy“ (frĂŒher ”General Work Policy“). Der Essential Skills Work Permit soll in erster Linie den neuseelĂ€ndischen Arbeitgebern ermöglichen, AuslĂ€nder anzustellen, wenn auf dem neuseelĂ€ndischen Arbeitsmarkt keine ArbeitskrĂ€fte zu finden sind. Der Work Permit ist stets zeitlich befristet. Je nach Arbeitsvertrag, kann man bis zu drei Jahre beantragen, in manchen FĂ€llen sogar bis zu fĂŒnf Jahre. SpĂ€ter gibt es auch noch VerlĂ€ngerungsmöglichkeiten.

Der Work Permit nĂŒtzt aber nicht nur den neuseelĂ€ndischen Arbeitgebern, sondern ist fĂŒr viele Einwanderer der erste Schritt auf dem Weg zur Permanent Residence (unbefristete Daueraufenthaltserlaubnis). Es gibt unterschiedliche GrĂŒnde, warum man ĂŒber den Umweg eines Work Permits einwandern will. Ein Grund ist, dass man noch nicht genug Englisch spricht, um den Sprachtest zu bestehen, der fĂŒr den Residence Permit verlangt wird. Oder der Arbeitgeber hat es eilig, einen einzustellen. Das Work Permit Verfahren ist meist schneller abgeschlossen, als das Residence Permit Verfahren.

Grundvoraussetzung fĂŒr den Essential Skills Work Permit ist, dass man einen Job Offer eines neuseelĂ€ndischen Arbeitgebers nachweisen kann. Und da liegt genau das Problem fĂŒr viele: ohne Job kein Work Permit und ohne Work Permit keinen Job. Wer sich auf Stellenanzeigen in Neuseeland bewirbt, wird oft feststellen, dass nur Bewerber mit gĂŒltiger Arbeitserlaubnis (also Residence oder Work Permit) berĂŒcksichtigt werden. Aus Sicht des Arbeitgebers ist das verstĂ€ndlich, denn er will die Position schnell fĂŒllen und hat keine Lust, sich mit Formularen und BĂŒrokratie rumzuschlagen. Hinzukommt natĂŒrlich auch noch die Ungewissheit, ob der Work Permit Antrag genehmigt wird. Bei einer Ablehnung mĂŒsste er wieder von vorne anfangen und hĂ€tte viel Zeit verloren.

Ebenso wichtig wie der Nachweis eines Job Offers ist der Nachweis, dass man keinem NeuseelĂ€nder den Arbeitsplatz wegnimmt. Das ist ein wichtiger Unterschied zum Residence Verfahren der Skilled Migrant Category! Die Skilled Migrant Category erkennt Job Offers an, unabhĂ€ngig davon, ob dadurch einem NeuseelĂ€nder der Arbeitsplatz weggenommen wird oder nicht. Wer also direkt einen Residence Permit Antrag stellen kann, braucht sich darĂŒber keine Sorgen zu machen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Nachweis zu fĂŒhren, dass kein NeuseelĂ€nder fĂŒr die offene Position in Betracht kommt. Am einfachsten ist es, wenn es sich um einen Beruf handelt, der auf einer der Skill Shortage Listen aufgefĂŒhrt ist. Dies Liste wird von der neuseelĂ€ndischen Regierung regelmĂ€ĂŸig ĂŒberprĂŒft und aktualisiert. Wer sich dort wiederfindet, nimmt daher keinem NeuseelĂ€nder den Arbeitsplatz weg.

Trotz eines Berufes, der zu den skill shortages zĂ€hlt, ist die Erteilung eines Work Permits kein Automatismus. Immigration New Zealand (INZ) gehört zum Arbeitsministerium (Department of Labour) und sieht seine Funktion daher auch darin, den neuseelĂ€ndischen Arbeitsmarkt zu schĂŒtzen, unter anderem gegen die Einfuhr von billigen ArbeitskrĂ€ften aus dem Ausland. Es kann daher passieren, dass bei Work Permit AntrĂ€gen bemĂ€ngelt wird, dass das Gehalt zu niedrig ist. Auch muß man aufpassen, dass man die in den Skills Shortage Listen aufgefĂŒhrte Voraussetzungen erfĂŒllt. Meist sind das Mindestanforderungen hinsichtlich Ausbildung und Berufserfahrung.

UmstĂ€ndlicher und ungewisser ist es bei Berufen, die nicht auf einer der Skill Shortage Listen stehen. Hier muß der neuseelĂ€ndische Arbeitgeber nachweisen, dass er vergeblich versucht hat, einen NeuseelĂ€nder zu rekrutieren. Wenn er diesen Nachweis gefĂŒhrt hat, bekommt er die Genehmigung, jemanden aus dem Ausland zu rekrutieren. Die Genehmigung nennt sich Approval in Principle to Recruit Overseas Workers und ist sechs Monate gĂŒltig. Wenn eine solche Genehmigung bereits vorliegt, kann das Work Permit Verfahren schnell abgewickelt werden. Der Work Permit Antrag und der Antrag auf Approval in Principle to Recruit Overseas Workers können auch zusammen gestellt werden.

Der Nachweis ist oft garnicht so einfach zu fĂŒhren oder anders formuliert, Immigration New Zealand erkennt die Nachweise oft nicht an, mit dem Argument, dass es ausreichend NeuseelĂ€nder (oder Inhaber von Residence Permits) gibt, die fĂŒr den Job in Frage kommen. Das ist sogar in gewisser Weise nachvollziehbar, denn schliesslich hat die neuseelĂ€ndische Regierung ja umfangreiche Listen aufgestellt, die genau die Bereiche abdecken sollen, wo es in Neuseeland zu wenig ArbeitskrĂ€fte gibt. Der Arbeitgeber, der jetzt argumentiert, dass er in Neuseeland keinen findet, um den Job zu machen, behauptet damit indirekt, dass das die neuseelĂ€ndische Regierung ĂŒbersehen hat, einen Beruf auf die Liste aufzunehmen. Eine gewisse Unwilligkeit auf Seiten des Immigration New Zealand muß hier also erstmal ĂŒberwunden werden.

Oft werden im Rahmen des Nachweises, warum kein NeuseelĂ€nder fĂŒr den Job in Betracht kommt, die deutschen Sprachkenntnisse als Argument herangezogen. Die Firma habe GeschĂ€ftskontakte nach Deutschland (oder hat sich vorgenommen, diese aufzubauen) und brauche daher dringend eine deutsche Kraft. Das Argument zieht leider nicht immer. UnterschĂ€tzt wird insbesondere, wieviele Deutsche oder Deutschsprachige hier in Neuseeland leben.

Ein weiteres Problem bei Berufen, die nicht auf einer der Skill Shortage Listen stehen, ist, dass Work Permits nur genehmigt werden, wenn nicht NeuseelĂ€nder ohne großen Aufwand dafĂŒr angelernt werden können. Dahinter verbirgt sich das Erfordernis, dass die Berufe, fĂŒr die Work Permits vergeben werden, einen gewissen Mindeststandard haben mĂŒssen. Einfache “ArbeitertĂ€tigkeiten”, fĂŒr die man garnicht oder nur wenig qualifiziert sein muß, kommen daher nicht in Betracht.

Der Work Permit ist nicht nur zeitlich beschrĂ€nkt, sondern auch auf den Arbeitgeber und auf die Position. In dem Work Permit Aufkleber steht dann z.B.: “Holder may work as Joiner for Timber Products Ltd in Wanganui”. Die Formulierung, “darf als Tischler fĂŒr Holz Produkte GmbH in Wanganui” arbeiten wird von Deutschen oft nicht richtig interpretiert, weil das Wort “darf” zu wörtlich genommen wird. Die neuseelĂ€ndische BĂŒrokratie drĂŒckt etwas milder aus, was die deutsche AuslĂ€nderbehörde wahrscheinlich so ausgedrĂŒckt hĂ€tte: “Der Inhaber der Arbeitserlaubnis darf nur fĂŒr den im Ausweis ausgewiesenen Arbeitgeber arbeiten. Die Arbeitserlaubnis gilt nur fĂŒr den Beruf des Tischlers. Dem Inhaber der Arbeitserlaubnis ist es untersagt, in anderen Berufen zu arbeiten oder fĂŒr andere Arbeitgeber zu arbeiten.” Das ist anders als beim Residence Permit. Mit einem unbeschrĂ€nkten Residence Permit kann der Inhaber arbeiten wo und was er will.

Im August 2008 ist eine weitere Verkomplizierung eingefĂŒhrt worden. Die Berufe mĂŒssen mit der ”Australia and New Zealand Standard Classification of Occupations“ (ANZSCO) Liste abgeglichen werden, um sicher zu stellen, dass nur Work Permits fĂŒr Jobs genehmigt werden, die gewisse Mindestanforderungen erfĂŒllen. Es sollen möglichst nur Leute mit gehobenen FĂ€higkeiten reingelassen werden (um den hiesigen Arbeitsmarkt zu schĂŒtzen).

Der Ehepartner oder LebensgefĂ€hrte des Work Permit Inhabers kann auch einen Work Permit beantragen. Der Work Permit des Ehepartners ist offen, d.h. er oder sie darf fĂŒr jeden beliebigen Arbeitgeber in jeder beliebigen KapazitĂ€t arbeiten. Kinder können entweder einen Student Permit (falls sie schulpflichtig sind) oder einen Visitor Permit beantragen. Ein Work Permit ist nicht zulĂ€ssig, auch wenn die Kinder schon im arbeitsfĂ€higen Alter sind.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um, im Anschluss an den Work Permit, einen Residence Permit Antrag zu stellen? Das kommt darauf an, warum man nicht schon vorher das Residence Verfahren betrieben hat. Wenn es nur darum geht, möglichst schnell beim Arbeitgeber anfangen zu können, sollte man beide Verfahren parallel betreiben. Wenn es darum geht, den Englischtest zu vermeiden, dann kann man frĂŒhestens nach einem Jahr den Skilled Migrant Category Antrag stellen.

Letzte Änderung: 12.07.2016

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Peter Hahn

Jurist, Autor und Berater
Director of Hahn & Associates Ltd.

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